Tesla Aktie steigt: Der iPhone Moment für die deutsche Automobilwirtschaft – kann ein Wandel noch eingeleitet werden?

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Die Tesla Aktie steigt weiter. Damit hat Elon Musk Volkswagen und BMW in der Rangliste der wertvollsten Automobilunternehmen überholt. Vielerorts wird nun darüber diskutiert, dass dies analog zum damaligen "iPhone Moment" von Nokia sei.

Der beachtliche Wandel, den Tesla so weit nach vorne treibt, ist vor allem die Tatsache, dass Tesla kein klassisches Automobilunternehmen ist. Vielmehr kann man Tesla als Technologieunternehmen bezeichnen. Die Bewertung des Unternehmens beruht vor allem auf der Tatsache, dass Tesla die enorme Wichtigkeit des Sammelns von Daten erkannt hat. Denn Daten sind die Währung der Zukunft. Tesla hat alleine im Jahr 2019 über 367.000 Autos ausgeliefert. Diese Autos fahren weltweit bereits auf den Straßen und sammeln jeden Tag unzählbare Daten. Der Autopilot fährt dabei bereits als Co-Pilot im Hintergrund mit und wird durch die tausenden Fahrer mit abertausenden Betriebsstunden weltweit ausgebildet.

Alleine dieser Vorsprung ist durch die übrigen Unternehmen der Automobilbranche kaum aufzuholen. Einen ähnlichen Effekt konnte man schon bei Google beobachten. Durch Abermillionen von Suchanfragen wird der Algorithmus täglich weiterentwickelt und die Konkurrenz kann diesen Wissensvorsprung nicht mehr aufholen. 

Was bedeutet dies nun für die Wirtschaft? Hat man sich zu lange auf den alten Erfolgen ausgeruht? Hat man die Kennzeichen nicht erkannt?

Es scheint so, dass nicht nur die Automobilbranche den Moment verpasst hat, das Portfolio zukunftsfähig auszurichten und zugleich Kunden mit attraktiven und zeitgemäßen Angeboten zu überzeugen. Viele deutsche Unternehmen scheinen den Moment verpasst zu haben, sich den neuen Zeiten und den neuen Entwicklungen am Markt anzupassen. Produktinnovationen, angepasst an die neue digitale und veränderte Welt, fehlen in vielen Branchen. Der Mittelstand brüstet sich derzeit noch mit beachtlichen Umsatzzahlen und die sogenannten „hidden Champions“ mit einer vollen Pipeline. 

Ist die Zeit für die Unternehmen wirklich zu spät, oder ist genau jetzt der Moment, in dem man sich auf die neuen Umstände einstellen muss?

Lehnt man sich an die Theorie von Peter Diamandis und Steven Kotler an, dann befinden wir uns heute in Zeiten des exponentiellen Wachstums. In Zeiten, in denen die exponentiellen Technologien über den reinen kommerziellen Beitrag hinaus gehen. Diese erlauben uns mehr zu tun, mehr zu lernen und mehr zu verdienen als jemals zuvor. Exponentielle Technologien verwandeln unsere Art zu Denken, unser Verhalten und begünstigen einander. Diese Technologien ändern einen Markt nach dem anderen.

Betrachtet man hier die Entwicklungen von exponentiell wachsenden Unternehmen ist bei allen gemein, dass sie eine relativ lange Zeit unter dem Radar geflogen sind, bevor sie mit beachtenswerten Wachstumsraten an allen Marktteilnehmern vorbeigeflogen sind. Traditionelle Marktteilnehmer hingegen verlieren immer mehr an Anteilen am Markt.

Der Moment, in dem die übrigen Marktteilnehmer unter dem Radar fliegen und von den traditionellen Marktteilnehmern unterschätzt, bzw. nicht wahrgenommen werden, bezeichnet man als Myopia. Der beste Moment, in dem man den Wandel und die neue Strategie einleitet ist der, bei dem die übrigen Produkte gute Ergebnisse liefern und weiterhin Wachstum versprechen. In diesem Zeitraum kann man die Gewinne aus den übrigen Produkten in die Entwicklung des exponentiellen Produkts stecken.

Dieser Moment ist aber für die meisten Unternehmen schon vorbei. Daher stellt sich die Frage, besteht überhaupt noch die Möglichkeit auf die aktuelle Situation zu reagieren und mit neuen Produkten auf den Markt zu gehen?

Genau heute ist der Moment für den Wandel

Wie sagt man so schön: „besser spät, als nie“. Genau das sollte die Devise sein. Man kann nie sicherstellen, ob nicht schon jemand mit seiner „Tesla-Idee“ den Markteintritt versucht, jedoch sollte man unbedingt den Wandel einleiten.

Dabei beachten sollte man folgendes: Je weiter man im traditionellen Produktlebenszyklus vorangeschritten ist, desto radikaler und aufwendiger muss der Wandel gestaltet werden. Er ist aber möglich.

Der Wandel kann sich subjektiv schlechter anfühlen, als das schwindende traditionelle Geschäftsmodell. Jedoch gilt hier zu bedenken, dass durch den radikaleren Wandel, den ein Unternehmen durchleben muss, auch ein höherer Verschleiß mit einhergeht. Geht man den Wandel jedoch an und akzeptiert, dass man durch ein Tal gehen muss, kann mit den exponentiellen Produkten das Wiedererwachen eines Unternehmens gelingen.

Maßnahmen, um an die Strategie von übermorgen zu kommen

Was muss ich tun, damit ich mit neuen exponentiellen Produkten auf den Markt treten kann? Welche Strategie muss ich umsetzen, damit mir der radikale Wandel gelingt?

Hier gibt es unterschiedliche Methoden, sich der Herausforderung zu stellen: Eine der Wesentlichsten ist, traditionelle Denkmuster über Bord zu werfen, neue Denkstrategien anzulegen und einen wesentlichen Teil des Denkens auf die Zukunftsvision zu legen. Hierbei denkt man nicht daran, welches Produkt  morgen auf den Markt gebracht werden soll, sondern vielmehr, wie entwickelt sich der gesamte Markt und was ist der Wunsch eines jeden Kunden. In einer sich stetig entwickelnden Umwelt, in der sich die Dinge schneller ändern als jemals zuvor, bedarf es besonderer Visionen für die Zukunft.

Dabei muss man sich Dinge vorstellen, die ggf. auch nicht mehr Kern des aktuellen Produktportfolios sind und wesentliche Technologien heute noch nicht existieren. Mit diesem Denkmodell und der unbändigen Einstellung sich stets zu verändern und zu verbessern, kann es abgeschlagenen Unternehmen heute noch gelingen in die Zukunft zu starten.

Es gibt viele positive Beispiele, bei denen dieser Wandel funktioniert hat und die heute den Markt behaupten.

Nutzen auch Sie diese Chancen und entwickeln Sie sich in eine exponentielle Zukunft.

Viel Erfolg wünscht,

Jürgen Kreuz

Die oben beschrieben Inhalte vermittle ich auch in Workshops, bei denen Sie ihre Zukunftsvision für Produkte, Abteilungen etc. entwickeln können.

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