From hindsight to insight and beyond – IAS Konferenz bei der europäischen Kommission

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Nach der DIIR-Konferenz vergangene Woche in Dresden hatte ich heute das Vergnügen, auf Einladung der europäischen Kommission, an der IAS-Konferenz „From hindsight to insight and beyond – How Internal Audit may contribute to foresight“ in Brüssel teilzunehmen. Die Veranstaltung fand zur parallelen Abstimmung über die neue Kommission in Brüssel statt.

Die Branche stellt sich der Herausforderung, die Zukunft anzunehmen und Verfahren und Vorgehen umzustellen. Digitale Transformation hat einen enormen Einfluss auf die zukünftige Arbeitsweise.

Es gab viele Interessante Ideen, wie die interne Revision zukünftig Organisationen dabei unterstützt, vorausschauende Entscheidungen zu treffen. Wie kann durch Audits die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens begleitet werden? Hier steht vor allem der digitale Wandel im Mittelpunkt, der nicht nur die Digitalisierung betrifft, vielmehr einen strukturellen Wandel in Organisationen und Gesellschaft darstellt.

Mehr Daten und Technologien sorgen dafür, dass heute weitaus mehr Möglichkeiten bestehen, Risiken in den Organisationen zu betrachten und genauere Einblicke vor allem auch auf zukünftige Entwicklungen zu erlangen.

Tiefere Einblicke ermöglichen eine bessere Voraussicht

Srinivasa Raghavan, Chief Audit Executive der ProSiebenSat.1 Media SE, zeigte sehr anschaulich auf, welchen Einfluss es auf Organisationen haben kann, nicht die wesentlichen Anzeichen von Wandel wahrzunehmen und mit den Ursachen zu verbinden. Auch zeigte er auf, dass Datenanalysen ein wesentlicher Bestandteil der heutigen und zukünftigen Audit Arbeit sind. Zudem lieferte er praxisnahe Beispiele, wie man die Organisation mit Vorausschau unterstützen kann.

Günther Meggeneder „COSO and the 3 Lines of Defence Model“

Günther Meggeneder, Head of Corporate Audit and Compliance der ista International GmbH, zeigte Gruppen von Risiken in der heutigen Unternehmensumwelt auf. Zudem löste er den COSO Würfel mit der neuen COSO DNA ab. Ein angepasster Ansatz, der den heutigen Anforderungen der Revisionsarbeit sicherlich gerechter wird.

Professor Flemming Ruud, einer der Entwickler des 3-Lines of Defence Models, zeigte auf, dass ein Model immer nur die vereinfachte Realität darstellen kann. Ein Modell, wie das 3-Lines of Defence Modell soll eine Hilfestellung und keine Maßgabe sein. Zudem sagte er, der deutsche Begriff „Revision“ – ein rückwärts gewandter Blick – entspricht der heutigen Audit-Praxis. Es sollte aber auch den Begriff der „Provision“ geben, eine Audit-Funktion, die auf Basis datenbasierter Erkenntnissen zukünftige Entwicklungen bewertet. Die „Provision“ soll damit die Entscheider unterstützen, aber keine Entscheidungen selber treffen.

Wie sieht es übermorgen aus?

Peter Hinssen, hielt eine erfrischende und inspirierende Key Note über „the day after tomorrow“, in der er den Wandel durch die digitale Revolution aufzeigte. Er machte deutlich, dass der digitale Wandel bereits passiert und wir uns beeilen müssen, um als europäische Gesellschaft nicht von den Amerikanern und Chinesen abgehängt zu werden. Er spielte sehr offen mit der Kontroverse des konservativen Publikums und ermahnte zudem, dass man nun schleunigst aufwachen muss und auf den schnell fahrenden Zug aufspringt.

Peter Hinssen „The day after tomorrow“

Einen guten Abschluss der Veranstaltung machte Dr. Rainer Lenz, Director Corporate Audit der SAF-HOLLAND Group, der unter anderem über die Organisation einer internen Audit Funktion sprach. Welche Teammitglieder habe ich in meiner Revisionsfunktion und welche Position nimmt der Revisor im Unternehmen ein. Interessant war vor allem, wie die Funktion im Rahmen eines Self-Assessment ihre eigene Positionierung im Unternehmen vorantreibt. Prozesse und Aussagen müssen zielgerichtet sein und vor allem dem Kunden der Revision dienen.

Der Vortrag von Dr. Rainer Lenz kann hier angesehen werden.

Rainer Lenz „ensuring the right organisation, processes, skills and technology to add value“
Fazit

Es war schön zu sehen, dass die interne Revision ihre doch eher konservative Ausrichtung, die bislang noch stark in der Branche vertreten ist, kritisch betrachtet und eine moderne Ausrichtung als kritischen Erfolgsfaktor für die Zukunft der internen Revision sieht. Dennoch wird noch nicht erkannt, dass wir beim digitalen Wandel nicht von einer Digitalisierung, sondern von einem strukturellen Wandel sprechen. Es werden die „Punkte nicht verbunden“, wie es Srinivasa so schön sagte.

Ich bin gespannt, mit welcher Geschwindigkeit diese Entwicklung weiter voran schreitet und wie mit den zukünftigen Anforderungen umgegangen wird.

In einem meiner nächsten Artikel werde ich auch die digitale Transformation in der internen Revision betrachten und welche Maßnahmen getroffen werden können.

Hier noch der Link zum offiziellen Programm der Veranstaltung. Im kommenden Jahr findet sie am 18.11.2020 in Brüssel statt. Ich hoffe dort wieder viele Bekannte zu treffen und vielen interessanten Vorträgen zu lauschen.

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